Bei einem mehrgeschossigen Bauprojekt im Bereich der ehemaligen Bahnflächen im Dobbenviertel standen wir kürzlich vor einer typischen Oldenburger Herausforderung: Der Aushub zeigte in wechselnden Tiefen mal feinsandige, mal stark schluffige Partien, und die ersten Rammsondierungen lieferten kein einheitliches Bild. Erst die detaillierte Korngrößenanalyse im Labor, die sowohl die klassische Siebung als auch das Hydrometerverfahren umfasste, brachte Klarheit über die tatsächliche Zusammensetzung des anstehenden Bodens. Gerade in einer Stadt, die auf den sandigen Ablagerungen der Wesermarsch und glazial geprägten Geschiebeböden ruht, entscheidet die exakte Kenntnis der Kornverteilung über die Wahl eines standsicheren Gründungskonzepts und die korrekte Einstufung nach DIN 18196. Wir kombinieren bei jedem Auftrag in Oldenburg die mechanische Trockensiebung mit der Aräometeranalyse, weil nur so der gesamte Bereich von Grobkies bis in die Tonfraktion normgerecht erfasst wird und alle Kennwerte für die weitere bodenmechanische Beurteilung lückenlos vorliegen.
Die vollständige Kornverteilungskurve von Grobkies bis Ton ist die einzige verlässliche Basis für die Klassifikation nach DIN 18196 und die daraus ableitbaren bodenmechanischen Kennwerte.
Technische Details zur Leistung in Oldenburg

Kritische Bodenfaktoren in Oldenburg
Mit rund 170.000 Einwohnern und einer Lage auf durchschnittlich nur 5 Metern über NHN ist Oldenburg eine Stadt, deren flaches Relief dazu verleitet, die Heterogenität des Untergrunds zu unterschätzen. Die geologische Karte zeigt einen Flickenteppich aus Geschiebelehm, Schmelzwassersanden und holozänen Ablagerungen der Hunte und ihrer Nebenarme – wer hier ohne eine differenzierte Korngrößenanalyse gründet, riskiert Setzungsunterschiede, die selbst bei moderat belasteten Einfamilienhäusern zu Rissen im Mauerwerk führen können. Besonders tückisch sind die in Oldenburg weit verbreiteten Beckenschluffe, die bei Wasserzutritt rasch an Scherfestigkeit verlieren und deren Einstufung als frostempfindlich oder nicht frostempfindlich allein über die Kornverteilungskurve entschieden wird. Ein weiterer kritischer Punkt ist die Verwendung von Auffüllungsmaterial unbekannter Herkunft: Ohne eine Sieblinie, die den gesamten Kornbereich abdeckt, bleibt unklar, ob das Material als verdichtungsfähiger Frostschutz taugt oder später unter Verkehrslasten kollabiert. Die Oldenburger Bauaufsicht verlangt zu Recht belastbare Laboranalysen, und eine reine Abschätzung nach Bodenansprache reicht hier erfahrungsgemäß nicht aus, um die Standsicherheit für die gesamte Nutzungsdauer eines Bauwerks zu gewährleisten.
Unsere Leistungen
Unser Leistungsspektrum im Bereich Korngrößenanalyse deckt alle Anforderungen ab, die im Oldenburger Baugrund bei Hochbau-, Tiefbau- und Infrastrukturprojekten auftreten:
Kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse
Vollständige Bestimmung der Kornverteilungskurve vom Grobkorn bis in den Feinstkornbereich nach DIN EN ISO 17892-4, inklusive Berechnung von Cu, Cc und Frostempfindlichkeitsklasse.
Bodenklassifikation nach DIN 18196
Eindeutige Zuordnung der untersuchten Probe zu einer Bodengruppe mit Ableitung der bautechnischen Eigenschaften wie Verdichtbarkeit, Wasserdurchlässigkeit und Scherfestigkeit.
Frostempfindlichkeitsuntersuchung
Einstufung in die Frostempfindlichkeitsklassen F1 bis F3 gemäß ZTV E-StB auf Basis der ermittelten Kornverteilung, relevant für alle Erdbaumaßnahmen und Verkehrsflächen im Oldenburger Raum.
Durchlässigkeitsabschätzung
Rückrechnung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts kf aus der Korngrößenverteilung nach Hazen und Beyer für Sande und Kiese, als Grundlage für Versickerungsgutachten und Dränageplanungen.
Fragen und Antworten
Welche Bodenproben eignen sich für eine Korngrößenanalyse in Oldenburg?
Wir benötigen gestörte Proben von etwa 2 bis 5 Kilogramm, abhängig vom Größtkorn. Die Entnahme erfolgt aus Schürfgruben, Rammsondierungen oder Kernbohrungen. Für die Siebung muss das Material ofentrocken sein, für das Hydrometerverfahren verwenden wir eine separate Feuchtprobe, die wir mit Dispergiermittel aufbereiten. Entscheidend ist, dass die Probe repräsentativ für den beprobten Horizont ist, was bei den wechselhaften Oldenburger Böden eine sorgfältige Probenauswahl voraussetzt.
Wie lange dauert eine kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse?
Die reine Siebung lässt sich innerhalb eines Arbeitstages durchführen, sofern das Material getrocknet ist. Das Hydrometerverfahren benötigt wegen der Sedimentationszeiten und der mehrfachen Ablesungen über 24 Stunden hinweg etwa zwei bis drei Arbeitstage bis zur vollständigen Auswertung. Wir liefern den Prüfbericht mit Kornverteilungskurve und abgeleiteten Parametern in der Regel innerhalb einer Woche nach Probeneingang.
Was kostet eine Korngrößenanalyse mit Siebung und Hydrometer in Oldenburg?
Für die kombinierte Sieb- und Hydrometeranalyse inklusive Bericht und abgeleiteter Kennwerte liegen die Kosten je nach Probenanzahl und Aufbereitungsaufwand zwischen €100 und €180 pro Probe. Bei umfangreicheren Baugrundkampagnen mit mehreren Proben bieten wir gestaffelte Konditionen an.
Ist eine reine Siebung ohne Hydrometer in Oldenburg ausreichend?
Nur wenn der Feinanteil unter 0,063 mm nachweislich unter 5 % liegt und keine bindigen Eigenschaften zu erwarten sind. Das ist in Oldenburg aber selten der Fall, weil selbst die sandigen Horizonte oft schluffige Beimengungen enthalten. Sobald der Feinkornanteil die 5-Prozent-Marke überschreitet, ist das Hydrometerverfahren erforderlich, um die Bodengruppe nach DIN 18196 korrekt zu bestimmen und Fehleinstufungen bei der Gründungsbemessung zu vermeiden. Mehr Info.