Vor dem Aushub für ein neues Regenrückhaltebecken nahe der Haarenniederung standen wir letzte Woche auf einem sandig-schluffigen Boden, der augenscheinlich mal tragfähig, mal weich wirkte – typisch für die Geestrandlage Oldenburgs. Der Bauherr brauchte belastbare Kennwerte zur Versickerungsfähigkeit, nicht nur Laborwerte vom Siebkorn. Ein Schürfgruben-Aufschluss hilft beim Ansprechen der Schichten, aber die tatsächliche Durchlässigkeit im ungestörten Verband liefert erst der Felddurchlässigkeitsversuch. Unser Team setzt den Lefranc-Test in Bohrlöchern oberhalb des Grundwassers ein und wechselt bei anstehendem Fels oder klüftigem Untergrund auf den Lugeon-Versuch. Beide Verfahren messen direkt vor Ort, wie schnell Wasser im Boden versickert, und liefern Planern in Oldenburg die Basis für Entwässerungsgenehmigungen nach DWA-A 138.
Ein Labor-kf-Wert aus der Sieblinie kann im Oldenburger Geest-Marsch-Übergang um den Faktor 10 vom wahren Feldwert abweichen.
Technische Details zur Leistung in Oldenburg

Kritische Bodenfaktoren in Oldenburg
Die DIN 18130 gibt klare Randbedingungen vor: Filterkiespackung, Sättigungsphase und konstante Druckhöhe müssen exakt passen, sonst wird der kf-Wert unbrauchbar. In Oldenburg ist das Risiko besonders hoch, wo nahe der Hunte gespannte Grundwasserhorizonte auftreten und die Teststrecke hydraulisch kurzgeschlossen werden kann. Ein zu hoch angesetzter Durchlässigkeitsbeiwert führt zu unterdimensionierten Rigolen, die beim ersten Starkregen überlaufen. Umgekehrt kann ein unterschätzter kf-Wert die Anlage unwirtschaftlich groß machen. Wir fahren die Tests mit elektronischen Drucksonden und automatischer Datenerfassung, sodass Anomalien wie plötzliche Druckabfälle sofort auffallen. Für Tiefbauprojekte in der Oldenburger Innenstadt kombinieren wir den Felddurchlässigkeitsversuch oft mit einer Baugrunduntersuchung per CPT, um Schichtgrenzen und Porenwasserdruckverteilung präzise zu erfassen.
Unsere Leistungen
Unser Leistungspaket rund um die Wasserdurchlässigkeit deckt alle Anforderungen ab, die das Oldenburger Tiefbauamt und die Untere Wasserbehörde stellen:
Lefranc-Versuch im Bohrloch
Klassischer Test in Lockergesteinen oberhalb des Grundwasserspiegels mit konstanter oder fallender Druckhöhe zur Ermittlung des kf-Werts für Versickerungsanlagen.
Lugeon-Test im Fels
Wasserdruckversuch mit fünf Druckstufen in klüftigem Gestein, um Durchlässigkeit und Injektionsbedarf für Abdichtungen zu bewerten.
Kombi-Paket Baugrunderkundung
Felddurchlässigkeitsversuch zusammen mit Rammkernsondierung, Schürfgruben und Laboranalytik aus einer Hand, abgestimmt auf die Oldenburger Geest- und Marschböden.
Fragen und Antworten
Wann brauche ich einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch in Oldenburg?
Den Lefranc-Versuch setzen Sie ein, wenn der Untergrund aus Lockergestein wie Sand, Kies oder Geschiebelehm besteht und das Grundwasser unterhalb der Teststrecke liegt – typisch für die höher gelegenen Geestgebiete Oldenburgs. Sobald Fels oder stark klüftiger Sandstein ansteht, etwa im Übergang zum Osnabrücker Bergland, liefert der Lugeon-Test mit wechselnden Druckstufen verlässliche Werte.
Mit welchen Kosten muss ich für einen Felddurchlässigkeitsversuch rechnen?
Die Kosten liegen zwischen €530 und €970 pro Teststrecke, abhängig von Bohrtiefe, Gestängedurchmesser und ob eine kontinuierliche Datenaufzeichnung nötig ist. Bei mehreren Tests auf einem Baufeld staffeln sich die Preise entsprechend.
Reicht nicht die Korngrößenverteilung aus dem Labor für die Versickerungsplanung?
In Oldenburg stoßen rechnerische Verfahren schnell an Grenzen, weil der Untergrund durch Eiszeit und Flussdynamik der Hunte stark wechselt. Feine Schichtungen, organische Beimengungen oder Verkittungen erfasst nur der Feldversuch. Das Tiefbauamt verlangt daher bei größeren Rigolen zunehmend den In-situ-Nachweis nach DWA-A 138.
Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?
Pro Testhorizont müssen Sie mit zwei bis vier Stunden rechnen, inklusive Sättigungsphase und mindestens drei Messzyklen. Bei mehreren Tiefenstufen an einem Bohrpunkt kann sich die Feldarbeit auf einen vollen Tag ausdehnen, je nach Ergiebigkeit des Grundwasserleiters.