Oldenburg
Oldenburg, Germany

Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Oldenburg: Versickerung sicher bewerten

Vor dem Aushub für ein neues Regenrückhaltebecken nahe der Haarenniederung standen wir letzte Woche auf einem sandig-schluffigen Boden, der augenscheinlich mal tragfähig, mal weich wirkte – typisch für die Geestrandlage Oldenburgs. Der Bauherr brauchte belastbare Kennwerte zur Versickerungsfähigkeit, nicht nur Laborwerte vom Siebkorn. Ein Schürfgruben-Aufschluss hilft beim Ansprechen der Schichten, aber die tatsächliche Durchlässigkeit im ungestörten Verband liefert erst der Felddurchlässigkeitsversuch. Unser Team setzt den Lefranc-Test in Bohrlöchern oberhalb des Grundwassers ein und wechselt bei anstehendem Fels oder klüftigem Untergrund auf den Lugeon-Versuch. Beide Verfahren messen direkt vor Ort, wie schnell Wasser im Boden versickert, und liefern Planern in Oldenburg die Basis für Entwässerungsgenehmigungen nach DWA-A 138.

Ein Labor-kf-Wert aus der Sieblinie kann im Oldenburger Geest-Marsch-Übergang um den Faktor 10 vom wahren Feldwert abweichen.

Technische Details zur Leistung in Oldenburg

Oldenburg zählt über 170.000 Einwohner und wächst vor allem im Norden und Westen in ehemalige Marsch- und Moorrandgebiete. Auf 5 m Höhe über NHN stehend, prägen tidebeeinflusste Huntearme und die sandig-lehmige Geest den Untergrund. Genau hier zeigt sich, dass ein Sieblinienbild allein nicht reicht: Organische Einlagerungen und Wechsellagerungen verfälschen die rechnerische Durchlässigkeit. Der Felddurchlässigkeitsversuch nach DIN 18130 erfasst dagegen den kf-Wert im eingebauten Zustand – mit variablen Druckstufen beim Lugeon-Test, um Klüftigkeit und Auswaschung zu erkennen. Kombiniert mit einer Korngrößenanalyse im akkreditierten Labor lassen sich Diskrepanzen zwischen berechneter und gemessener Durchlässigkeit aufdecken. Für Versickerungsmulden in der Stadt Oldenburg schreibt das Umweltamt zunehmend den In-situ-Nachweis vor, weil die Untergrundverhältnisse auf engem Raum stark streuen.
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Oldenburg: Versickerung sicher bewerten
Felddurchlässigkeitsversuch (Lefranc/Lugeon) in Oldenburg: Versickerung sicher bewerten
ParameterTypischer Wert
PrüfverfahrenLefranc (konstante / variable Druckhöhe), Lugeon (5 Druckstufen)
Normative GrundlageDIN 18130-1, EN 1997-2, DWA-A 138
BodenartSand, Kies, Schluff, Ton, klüftiger Fels
Messbereich kf10^-3 bis 10^-8 m/s je nach Verfahren
Bohrdurchmesser80 – 200 mm, abhängig von Tiefe und Boden
Testtiefebis 30 m u. GOK, bei Lugeon auch tiefer
DokumentationPrüfprotokoll mit kf-Wert pro Prüfstufe, Druck-Zeit-Diagramm

Kritische Bodenfaktoren in Oldenburg

Die DIN 18130 gibt klare Randbedingungen vor: Filterkiespackung, Sättigungsphase und konstante Druckhöhe müssen exakt passen, sonst wird der kf-Wert unbrauchbar. In Oldenburg ist das Risiko besonders hoch, wo nahe der Hunte gespannte Grundwasserhorizonte auftreten und die Teststrecke hydraulisch kurzgeschlossen werden kann. Ein zu hoch angesetzter Durchlässigkeitsbeiwert führt zu unterdimensionierten Rigolen, die beim ersten Starkregen überlaufen. Umgekehrt kann ein unterschätzter kf-Wert die Anlage unwirtschaftlich groß machen. Wir fahren die Tests mit elektronischen Drucksonden und automatischer Datenerfassung, sodass Anomalien wie plötzliche Druckabfälle sofort auffallen. Für Tiefbauprojekte in der Oldenburger Innenstadt kombinieren wir den Felddurchlässigkeitsversuch oft mit einer Baugrunduntersuchung per CPT, um Schichtgrenzen und Porenwasserdruckverteilung präzise zu erfassen.

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Anwendbare Normen: DIN 18130-1: Bestimmung des Wasserdurchlässigkeitsbeiwerts, EN 1997-2 Eurocode 7: Geotechnische Erkundung, DWA-A 138: Versickerung von Niederschlagswasser

Unsere Leistungen

Unser Leistungspaket rund um die Wasserdurchlässigkeit deckt alle Anforderungen ab, die das Oldenburger Tiefbauamt und die Untere Wasserbehörde stellen:

Lefranc-Versuch im Bohrloch

Klassischer Test in Lockergesteinen oberhalb des Grundwasserspiegels mit konstanter oder fallender Druckhöhe zur Ermittlung des kf-Werts für Versickerungsanlagen.

Lugeon-Test im Fels

Wasserdruckversuch mit fünf Druckstufen in klüftigem Gestein, um Durchlässigkeit und Injektionsbedarf für Abdichtungen zu bewerten.

Kombi-Paket Baugrunderkundung

Felddurchlässigkeitsversuch zusammen mit Rammkernsondierung, Schürfgruben und Laboranalytik aus einer Hand, abgestimmt auf die Oldenburger Geest- und Marschböden.

Fragen und Antworten

Wann brauche ich einen Lefranc- und wann einen Lugeon-Versuch in Oldenburg?

Den Lefranc-Versuch setzen Sie ein, wenn der Untergrund aus Lockergestein wie Sand, Kies oder Geschiebelehm besteht und das Grundwasser unterhalb der Teststrecke liegt – typisch für die höher gelegenen Geestgebiete Oldenburgs. Sobald Fels oder stark klüftiger Sandstein ansteht, etwa im Übergang zum Osnabrücker Bergland, liefert der Lugeon-Test mit wechselnden Druckstufen verlässliche Werte.

Mit welchen Kosten muss ich für einen Felddurchlässigkeitsversuch rechnen?

Die Kosten liegen zwischen €530 und €970 pro Teststrecke, abhängig von Bohrtiefe, Gestängedurchmesser und ob eine kontinuierliche Datenaufzeichnung nötig ist. Bei mehreren Tests auf einem Baufeld staffeln sich die Preise entsprechend.

Reicht nicht die Korngrößenverteilung aus dem Labor für die Versickerungsplanung?

In Oldenburg stoßen rechnerische Verfahren schnell an Grenzen, weil der Untergrund durch Eiszeit und Flussdynamik der Hunte stark wechselt. Feine Schichtungen, organische Beimengungen oder Verkittungen erfasst nur der Feldversuch. Das Tiefbauamt verlangt daher bei größeren Rigolen zunehmend den In-situ-Nachweis nach DWA-A 138.

Wie lange dauert ein Felddurchlässigkeitsversuch vor Ort?

Pro Testhorizont müssen Sie mit zwei bis vier Stunden rechnen, inklusive Sättigungsphase und mindestens drei Messzyklen. Bei mehreren Tiefenstufen an einem Bohrpunkt kann sich die Feldarbeit auf einen vollen Tag ausdehnen, je nach Ergiebigkeit des Grundwasserleiters.

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